Kaum ist das Treffen in Heiligendamm vorbei, beweihräuchern sich alle Politiker ob der großen Fortschritte, die sie erreicht haben.
Was haben sie erreicht? Dass man sich als Teil des deutschen Souveräns, nämlich des Volkes, in die Ecke gesteckt fühlt, wieder einmal zum Zuschauer degradiert wird, der sich nicht am eigentlichen Geschehen zu beteiligen hat.
Wenn es das erste Mal in den letzten Jahren wäre, ginge das noch an, aber da war der Euro, der alles doppelt so teuer gemacht hat, während Rücklagen und Gehalt gleich blieben, so nur noch die Hälfte wert sind. Da wird ganz nebenbei, sozusagen im Windschatten der Berichte über den G8-Gipfel beschlossen, dass man in Zukunft für einen Reisepass Fingerabdrücke abgenommen bekommt. Abgesehen von den Versuchen unseres Innenministers, jeden Einzelnen, der nicht ohnehin uninteressiert ist, zu kriminalisieren. Ich habe vor einiger Zeit schon mal auf 1984 hingewiesen. Gestern und überhaupt in den letzten Tagen kam mir der Titel nicht aus dem Sinn.
Ich habe lange überlegt, ob ich meine Meinung hier so deutlich kundtun möchte, aber Schweigen kann, das zeigt unsere Geschichte, zu schlimmen Dingen führen, die wir, davon bin ich überzeugt, in der überwiegenden Mehrzahl nicht wollen. Daher schweige ich nicht!