Dass die deutsche Bahn sparen muss, ist mir bekannt.
Dass da bedeutet, die Betriebskosten zu senken und gleichzeitig die Preise zu erhöhen, ist teilweise ärgerlich, aber nachvollziehbar.
Was das aber heute bedeutete, hat mich doch vom Hocker gehauen. Ich habe wie so oft Tochter zum Zug gebracht, die nach einem erfreulich langen Wochenende mit frischgewaschenen Klamotten wieder in Richtung Studium musste. Der Zug um 14:40 Uhr nach Frankfurt fuhr ein und man bekam Tränen des Mitleids in die Augen, dass man offensichtlich bei der Bahn jetzt schon Kinderarbeit einsetzt, so klein war das Dings. Eher so die Kategorie Schienenbus. Das Ganze nannte sich Regionalbahn und fuhr von Gießen (nicht gerade eine Kleinstadt) nach Frankfurt (auch etwas größer). Mich hat erstaunt, dass da überhaupt noch ein Mensch hineinpasste und dann noch mit großer Tasche und Rucksack. Von Sitzen war bei weitem nicht mehr die Rede.
Ich frage mich nun, wie lang es noch dauert, bis man an unsren Bahnhöfen die in Japan gebräuchliche Sitte des Menschenstopfens einführt.
Es ist unglaublich, dass man Kunden dazu zwingt, sich mit einem Platz, der dem eines Batteriehuhns in etwa entspricht, auf eine Fahrt von bis zu einer Stunde zu begeben und dafür auch noch einen Preis von schätzungsweise 10 Euro hinzulegen!
Kein Wunder, dass nun schon 17-jährige mit dem eigenen Auto zur Schule kommen, öffentliche Verkehrsmittel werden zunehmend unerträglich.
Das wirklich erstaunliche an dieser Spielzeugeisenbahn war, dass sie - fast - pünktlich war.